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INTJs - Gemeinsamkeiten über Grenzen hinweg

Die Diskussion, ob MBTI einen Sinn hat oder nicht, flammt immer wieder auf. Ein INTJ-Youtuber Youtube Channel: INTJ ist zum Beispiel - ganz INTJ-untypisch - völlig eingeschnappt, hat alles gelöscht und behauptet jetzt, dass das alles Quatsch sei. Ich habe hingegen ein Erlebnis gehabt, das im Gegenteil doch ein sehr starkes Argument dafür ist, dass Menschen mit dem gleichen MBTI-Typ sich doch sehr ähnlich sind. Ich bin auf diesen Blog gestoßen: intjbreakthechain.wordpress.com und obwohl der Blogger - Geomeun Goyangi - eine Frau ist und aus einem ganz anderen Kulturkreis - irgendwo in Asien - stammt, könnten die Inhalte auch von mir stammen, sogar der Schreibstil - mit einem Hang zu Nebenbemerkungen - ist ähnlich. Das heißt nichts anderes, als das die Denkstrukturen - für einen Typ ungeachtet des Umfelds dann doch gleich sind.

Ich habe mir jetzt überlegt, ob ich zu den einzelnen Artikeln Kommentare schreibe, da aber die Blogs untereinander Trackbacks austauschen, kann ich auch alles in meinen eigenen Artikel packen, die Technik regelt das schon. Es gibt nur eine Handvoll INTJ-Blogger auf der Welt - jedenfalls sagt das Google - und deshalb will ich einfach die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstellen. Es ist eine Menge Material, viel zu viel um das in einen Artikel zu packen, aber ich fange einfach mal chronologisch vorne an und kommentiere mich durch:

Direkt im ersten Artikel taucht ein kleiner Exkurs in die Schulzeit auf

schikaniert, geschlagen, angespuckt, über den Schulhof gezogen und blutend zurückgelassen

das ging mir ja auch nicht viel anders, ich kann mich aber nicht an Blut erinnern und ich gebe hier erstmalig öffentlich zu, zurückgeschlagen zu haben, und das obwohl die Kerle deutlich größer und schwerer waren als ich. (Meinen ärgsten Widersacher in der zweiten oder dritten Klasse habe ich mit einem gut platzierten Leberhaken davon überzeugt, dass es sich nicht lohnt. "Fury" gehört eigentlich auf den Index der jugendgefährdenden Schriften, da steht drin wie das geht und das hat meinem Bruder auch ein Stück Zahn gekostet). Weil man aber nun einmal selbst so früh im Leben nicht so ist wie die anderen wird man schnell ausgegrenzt und zur Zielscheibe. Das führt zu der interessanten Überlegung, ob ein Teil der Unabhängigkeit und Entschlossenheit, seinen Weg alleine zu gehen (eine Eigenschaft die alle INTJs anscheinend teilen), auch einfach aus eben dieser Situation entspringt: Weil man nie von einer Gruppe mitgetragen wurde, sondern immer seinen Weg alleine durchzukämpfen hatte. Eine selbst-erfüllende Prophezeihung sozusagen. Und den Gedanken noch weiter verfolgend: Ein großer Teil der unerkannten Hochbegabten hatten ja Probleme in der Schule und waren teilweise keine guten Schüler. Ob das für die INTJs auch gilt? Meiner Meinung nach vielleicht nicht, weil diese einfach viel zu unabhängig von ihrem Umfeld sind, die beißen sich durch, egal wie. Einen großen Unterschied sehe ich hier aber schon, der auch mit den zweiten zwanzig Jahren meines Lebens zusammenhängt: Ich war nie zurückhaltend (Verkäufer ...), deshalb bin ich auch offensiv damit umgegangen nachdem ich herausgefunden habe, dass ich eben diese 2%-Persönlichkeit habe. Mir ist das so ziemlich egal, was andere Leute über mich denken, mein Ruf ist sozusagen schon seit meiner Schulzeit ruiniert, und mit INTJ habe ich jetzt wenigstens eine Erklärung dafür.

Beim nächsten Artikel INTJ: you are smarter than i thought kann ich gleich aus dem Vollen zitieren:

... jedesmal wenn jemand von meinen Ansichten verblüfft wird und wie sehr ich eine Debatte über alle Seiten des Themas mit allen für und wider führen kann. Oder die verschiedenen Gelegenheiten wenn sich Menschen umdrehen und mich überrascht und fragend ansehen wenn ich im Gespräch einen heftigen finalen Treffer gelandet habe. Oder wenn ich über bestimmte Themen zu einem Nerd werde und präzise Informationen über zufällige Themen von mir gebe.

Menschen glauben vielleicht nicht, dass mich bestimmte Themen interessieren - während ich wirklich an fast allem interessiert bin was es in der Welt so gibt. So sehr, dass mehr als genug Infos im Gehirn gespeichert sind und zur Verfügung stehen wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Da gibt es nicht viel hinzuzufügen, auch nicht zu dem Meme direkt danach:

I don't love studying, i hate studying. I like learning. Learning is beautiful

(das ist jetzt nicht wirklich übersetzbar, weil studying mit büffeln oder pauken übersetzt eine negative Konnotation hat was dem ganzen den Clou nimmt). Hausaufgaben waren in der Schule so ziemlich das Übelste, was es gab. Und da gab es noch Lehrer, die behauptet haben, dass man pro Tag mehrere Stunden Hausaufgaben machen und lernen sollte. Ich habe das nach Möglichkeit noch in der Schule in den fünf-Minuten-Pausen erledigt. Das hat mir zumindest ein "ungenügend" eingebracht, denn fünf Zeilen geben nunmal keinen Aufsatz. Mir ging es damals - und heute ist das nicht anders - immer darum, zu verstehen, wie das Prinzip dahinter funktioniert. Wenn man etwas voll und ganz verstanden hat, dann braucht man nicht mehr zu machen. Einfach nur Formeln auswändig zu lernen und anzuwenden konnte ich auch nie - mit dem Verständnis kann man sich die Formeln selber herleiten, das ist viel mehr Wert und damit kann man auch völlig neue Formeln für völlig neue Situationen konstruieren (braucht jemand die Gleichung für einen Kompositträger aus zwei Materialien?)

Wobei wir vom Lernen zu den Fähigkeiten kommen: Der Titel: INTJBreakTheChain: Someone is always better than you stimmt ja, ich führe das aber im Detail auf den "Fluch des Tausendsassa" zurück: Man kann zwar viel, viel mehr als alle anderen, weil man eben ständig dazulernt, auf jedem einzelnen Fachgebiet hingegen gibt es jede Menge Leute, die besser sind als man selbst, eben weil diese viel mehr Zeit mit ihrer Passion verbringen. Und insofern stimmt die Botschaft "dann lerne einfach von denen, die es besser können" auch schon, denn gerade das hat das www ja revolutioniert: Es gibt überall und viel einfacher zugängliche Informationen, für denjenigen, der lernen will ist alles nur ein paar Klicks entfernt.

Ein Artikel geht noch: INTJBreakTheChain: talking debate arguement too much effort unless ... Hier muss ich einmal kräftig: VETO! rufen. Ich kann jetzt natürlich nicht für alle INTJs sprechen, aber wie ich selbst schon geschrieben habe, bin ich schon während der Grundschulzeit spontan an ein Rednerpult getreten und habe eine kleine Rede gehalten. Durch den Verkäuferjob hat sich dieses Grundtalent verbaler Kommunikation noch ausgebaut. Ich bin zwar immer noch extrem introvertiert, aber gerade wenn man das mit der Erkenntnis aus dem vorherigen Artikel kombiniert heißt das ja genau das: nur wer fragt, kann auch von anderen lernen. Noch dazu kann ich die Informationen viel besser für mich selbst strukturieren, wenn ich einen spontanen Vortrag darüber halte. Wer also auf einen kurzen Smalltalk aus ist und das falsche Thema (aus meiner Sicht natürlich das richtige) erwischt, der muss mit einem zwanzigminütigen Vortrag klarkommen. Man hat mir schon mehrfach gesagt, dass sich der Strukturierungsprozess während ich rede sozusagen selbst überholt, dass ich neue Sätze anfange, ohne die alten überhaupt vervollständigt zu haben weil die neue Erklärung oder ein anderes Beispiel besser passt das das was gerade im Ausgangspuffer ist.

Das die grundsätzliche Herangehensweise an eine Diskussion etwas seltsam ist, okay, da hat Geomeyun schon recht:

Um es noch komplexer zu machen: zum Spaß sehen wir natürlich alle Seiten eines Themas und tendieren dazu, alle Aspekte zu vertreten - ja, wir können ganz einfach für etwas argumentieren was wir selbst nicht für richtig halten ... nur um zu sehen wie die andere Person reagiert oder denkt.

Ich habe das mal in einem anderen Zusammenhang geschrieben, dass die Abstraktionsfähigkeit so weit geht, dass man seine persönliche Meinung komplett herausabstrahiert und beide Seiten der Debatte gleichermaßen analysieren kann und erst auf Nachfrage dann das ganze in den Kontext der daraus gebildeten Meinung stellt. Jetzt bin ich schon die ganze Zeit am überlegen, wie sich diese unterschiedliche Beziehung zu verbaler Kommunikation auswirkt oder wie ich den Vlog von INTJBreakthechain einordnen muss im Vergleich zu den, den ich selbst mal gemacht habe. Es gibt eine offensichtliche Diskrepanz zwischen dem ausgefeilten Schreibstil und dem Video. Bei mir wirkt es auch etwas hölzern (und ich habe einen schrecklichen Akzent), aber das liegt daran, dass ich meinen Text vorgeschrieben und abgelesen habe. Ich kann zwar gut englisch, aber nicht gut genug, um mit meinen Gedankengängen mitzukommen. Deshalb kann man das nicht wirklich einordnen, solange man nicht weiß, ob sie Muttersprachler ist oder nicht. Die Story um den eigens aus Resten gebauten Teleprompter (ich wollte ja keinen Nachrichtensprecher abgeben) gibt wohl einen eigenen Artikel im Bereich Technik.

Und ja, Introverted Intuition funktioniert eben so:

"Hallo liebe INTJ-Kollegen: Alle denen nach einer Woche die beste Antwort oder Retourkutsche auf eine Debatte oder ein Gespräch eingefallen ist, heben bitte die Hände!"

Fortsetzung folgt. Material ist noch genügend da und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszustellen ist eine interessante Erfahrung.

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