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Quora: Warum regieren INTJs nicht die Welt?

Auf Quora werden oft dumme Fragen gestellt. Manchmal findet man aber auch richtige Perlen wie diese Anwort von Jennifer Mallory, die bei mir richtige Resonanz ausgelöst hat (ich bemühe im wesentlichen hier Auto-Translate, deshalb der etwas seltsame Schreibstil):

Warum regieren INTJs nicht die Welt?

Genau aus dem Grund, dass die meisten Leute dem INTJ am Ende sagen „Du hattest Recht“, nachdem sie ihren Rat ignoriert haben, weil sie es einfach zuerst auf ihre Weise versuchen mussten. Die anderen Typen sind in der Lage, Dinge herauszufinden, indem sie ihre Hände benutzen, etwas auseinandernehmen, alle Teile untersuchen und es wieder zusammensetzen. Es das Auseinandernehmen das wir INTJs in unseren Köpfen tun können was die meisten Menschen nicht können. Also glauben sie einfach nicht, dass wir es möglicherweise wissen könnten, indem wir es einfach nur studieren und es durchdenken. Die meisten fragen: "Aber woher weißt du das?" weil sie es selbst nicht wie ein INTJ konzipieren können und diese daher ignorieren.

INTJs als Führungskräfte wären nicht beliebt, weil wir Modelle und Regeln implementieren würden, die effizient und fair, aber nicht populär wären. Menschen mögen es nicht, wenn andere ihnen sagen, was sie tun sollen, selbst wenn es zu ihrem eigenen Besten ist.

Ich stelle mir vor, dass ein verantwortlicher INTJ wie all diese armen Wissenschaftler wäre, die beweisen, dass der Klimawandel real ist, und die Leute einfach die ganze Wissenschaft und Forschung ablehnen würden, weil sie denken, es sei wahlweise ein "Scherz" oder eine "Verschwörung". So sehr sie auch versuchen die Entscheidungen zu treffen, alle anderen MBTI-Typen würden einfach abwandern und ihre eigene Welt aufbauen, ähnlich der, die wir jetzt haben ;-)

Es ist einfach nur zu wahr. Die ganz, ganz, große Weisheit aus den Persönlichkeitsmodellen ist ja dass es den Supermenschen einfach nicht geben kann der alles kann. Und für den INTJ bedeutet dass dass man für die ganze Analytik, Konzeption und Implementation den Preis zahlen muss indem die zwischenmenschlichen Fähigkeiten unterirdisch sind. Mit anderen Worten: Andere Typen kommen damit durch (man denke nur an Trump) den Menschen das Blaue vom Himmel zu versprechen, gewählt zu werden und dann nichts davon machen und danach immer noch gewählt zu werden. Als INTJ würde man gerne das machen was aus allen Blickwinkeln betrachtet für alle des Beste wäre, das tut aber mehr oder weniger vielen weh und deshalb findet sich dafür nie eine Mehrheit. Und wir können es auch nicht beschönigen und einfach unterjubeln weil man es uns direkt ansieht wenn wir lügen. Wenn wir es moralisch überhaupt hinbekommen mit dem Lügen. Und die Lösungen die langfristig am Besten sind ziehen gegen die schnellen, kurzfristigen in Punkto Attraktivität in der Regel immer den Kürzeren. Ich frage mich schon seit längerem wie das funktionieren kann wenn man zuerst wegen Corona mit dem Staatsgeld nur so um sich wirft, dann in Folge der Hochwasserkatastrophe im letzten Jahr und jetzt eben ein Gaspreisdeckel.

Nachdem ich jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Mitteilung von meinem Stromversorger über eine saftige Preiserhöhung bekommen habe (sind es jetzt 75 Cent?) dann frage ich mich schon warum sich die Politiker praktisch aller in den letzten zwanzig Jahren an der Regierung befindlichen Parteien in eine so beschissene Situation manövriert haben - was ich genauso lange schon vorhergesehen habe. Und dann immer noch die Augen davor verschließen was gemacht werden muss um das Problem richtig zu lösen.

Man hat seit Fukushima den Begriff der "Energiewende" strapaziert, sich an den Erfolgen ergötzt ("50% des Stroms!") und merkt erst jetzt wo Putin den Gashahn zudreht wie viele Gebäude mit Gas beheizt werden und wieviel Gas die Industrie verbraucht?! Ich würde das wirklich, wirklich gerne mal in Modellrechnungen ermitteln lassen ob und wie die "100% erneuerbare" Vision mit der Kanzler Scholz in seine Regierung gestartet ist überhaupt realisierbar ist. Also Kohle, Öl, Gas und Atomkraft mit Erneuerbaren zu ersetzen und Wasserstoff als Speicher zu verwenden. Theoretisch vielleicht möglich, aber praktisch - so viele Windräder kann man gar nicht bauen und die Umwandlungsverluste von Strom zu Wasserstoff zurück zu Strom sind einfach zu groß. Und dann muss man ja noch riesige Mengen vom Sommer in den Winter speichern wenn Solar nur einen Bruchteil der Sommerleistung abwirft. Es wird auf jeden Fall sehr, sehr viel teurer als das was die Bevölkerung zu zahlen bereit ist.

Ohne es jetzt wirklich simuliert zu haben sagt mir einfach mein Bauchgefühl, dass es nur mit Atomkraft geht, ob man das jetzt nun mag oder nicht. Und wenn man vor zwanzig Jahren mit der Entwicklung der 6. Generation angefangen hätte dann ständen die Dinger jetzt schon und wir hätten die Probleme nicht.

Aber gerade bei der Atomkraft zeigt sich eben dass das INTJ-Denken eben anders ist als beim Rest der Menschheit. Sobald davon berichtet wird, gehen bei den Menschen - aus welchen Gründen auch immer - die Jalousien runter und man liest so was:

Luisa Neubauer:

Von einer Bundesregierung, die in Lichtgeschwindigkeit dreckige LNG-Terminals bauen will und nun sogar bereit ist, auf die Hochrisikotechnologie Atomkraft zu setzen, erwarten wir, Deutschland, mit nie dagewesener Bereitschaft, mit friedlichen und sicheren Erneuerbaren auszurüsten.

Warum hält sich der Begriff "Hochrisikotechnologie" immer noch so hartnäckig bei der Atomkraft? Wenn man sich die seriösen Publikationen ansieht, dann wird doch klar, dass durch die Verbrennung fossiler Energieträger jedes Jahr mindestens zehnmal so viele Menschen sterben wie durch die Atomkraft seit Tschernobyl insgesamt. Dass Wind, Solar und Wasserkraft auch mit einem Risko verbunden ist. Was bei westlichen Reaktoren etwa gleich groß wie Wind & Solar und bei der sechsten Generation nochmal niedriger?

Nur ein Beispiel von vielen: Die Katastrophe von Vajont/Longarone

Oder nehmen wir diesen Kommentar von Werner Kolhoff (Trierischer Volksfreund vom 23.09.2022):

Doch ein Wiedereinstieg in die Kernenergie ist etwas anderes. Erstens sind Atomkraftwerke nicht hundertprozentig sicher. Zweitens ist Atomstrom teurer als der aus Wind oder Sonne. Und drittens ist unklar, wo der strahlende Müll bleiben soll. [...] Die Atomkraft ist ein vergiftetes Geschenk des Teufels, der Mensch lässt besser die Finger davon.

Ewig die gleichen Argumente. Ewig der gleiche Mist den Kommentatoren in die Welt setzen ohne richtig recherchiert zu haben. Wie wäre es mit teuer? Noch 2016 lag der Preis ab Kraftwerk bei 2 bis 3 Cent pro kWh. Glaubt irgendjemand, E-On & Co. hätten ihre Atomkraftwerke laufen lassen wenn sie bei jeder Kilowattstunde draufgezahlt hätten? Inzwischen hat sich der Preis verzehnfacht. Und gleich bevor das nächste Argument kommt: Ja, in dem Preis war der Rückbau der Kraftwerke und die Endlagerung des Mülls schon drin. Auch wenn das dem nächsten Schreiber nicht ganz passt und er einfach das Framing ändert:

Christopher Hisch, Trierischer Volksfreund vom 26.09.2022:

Diese Kosten seien in die Strompreise miteingeflossen [...]. Anders sieht es bei der Entsorgung des radioaktiven Abfalls aus. Die Atomkonzerne [...] hatten 2017 insgesamt rund 24 Milliarden Euro an einen Staatsfonds überwiesen. Damit sind sie raus - so war es vereinbart worden. [...] Nach Einschätzung von Kerntechnik Deutschland reichen die Mittel voraussichtlich aus.

Was soll dieses Framing - die einen Kosten seien eingeflossen, bei der Entsorgung sähe es anders aus - und sie sind raus? Das impliziert doch, dass der Steuerzahler die Entsorgung übernehmen müsste. Nur um dann ein paar Sätze später dann doch noch zuzugeben dass auch das mit dem Strom ausreichend bezahlt wurde.

Und ja, ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn man ein Endlager tausend Meter unter meinen Füßen einrichtet wenn man mir eine nette Pacht dafür zahlt und das Gestein geeignet ist. Womit natürlich nicht die Asse gemeint ist wo man mit einer wundersamerweise noch gültigen DDR-Genehmigung schnell noch billig einen Haufen gelber Fässer loswerden wollte auch wenn das Wasser schon durch den Salzstock läuft. Und die Fässer dann auch noch so in der Gegend herumgeworfen hat und mit dem Radlader dagegengefahren ist damit sie erst richtig undicht werden.

Wenn man es richtig macht, bleibt das Zeug so lange da wo es ist bis es radiologisch unbedenklich ist oder jemand eine andere Verwendung dafür hat. In Oklo ist das Zeug in viel längeren Zeiträumen und im Wasser nur ein paar Meter weit gekommen.

Und es würde mich wirklich mal sehr interessieren wie der Preis von Wind und Solar aussieht wenn man es auf Grundlast über ein ganzes Jahr mit Elektrolyse, Speicherung und Rekombination rechnet und gegen seriengefertige Gen. VI - Kraftwerke rechnet. Am Ende entscheidet immer der Geldbeutel des Wählers!

In einem Punkt stimmt das Totschlagsargument zwar: Mit den Kosten ist es nicht ganz so einfach und das hängt von den Finanzmärkten ab. Bei einem Atomkraftwerk hat man es mit hohen Investitionen zu tun (und Entwicklungskosten noch davor), die ganz zu Anfang erbracht werden müssen (der Bau und die Rücklage für den Rückbau). Und das wird umso teurer je höher die Zinsen sind. Wäre also während der letzten Jahre praktisch umsonst gewesen. Und wenn die Zinsen steigen - über die Notwendigkeit dass sich Geld von alleine vermehren muss muss man eine eigenständige Diskussion führen. Die laufenden Kosten bei Atomstrom sind hingegen spottbillig.

Ich maße mir nicht an zu behaupten dass Atomenergie die Lösung aller Probleme und noch dazu am billigsten ist. Was mich aber stört ist dass die Medien all den Leuten bereitwillig eine Plattform bieten die plakative Slogans verbreiten (siehe rot oben) in voller Überzeugung dass sie recht haben. Im Detail betrachtet ist es kompliziert, stark davon abhängig wie man genau rechnet und um es mit Lt. Cmdr. Data zu sagen: "Es gibt nur eine wissenschaftlich korrekte Antwort: Ich weiß es nicht"

Um es zusammenzufassen: INTJ denken anders. Unter anderem eben auch Muster, Zusammenhänge und Analogien zu sehen die für alle anderen verborgen bleiben. Der Rest der Welt wird von Angst, Gier, Hochmut, Geiz und was-weis-ich gesteuert. Ja, es war Gier, das billige Gas von Putin zu kaufen auch nachdem schon lange klar war was für ein Typ er ist und zu was er fähig ist. Und bei "Atom" kommt direkt die Angststarre. Ich kann das sogar teilweise nachvollziehen - ich dachte früher auch mal dass ein Gegendstand radioaktiv wird wenn ich ihn neben eine Strahlenquelle lege. So à la "Verseuchung". Nein, wird er nicht. Wenn die Strahlenquelle als Staub vorliegt und sich auf meinem Gegenstand ablagert ist das etwas anderes. Das ist dasselbe wie wenn man Erdnussbutter an den Fingern hat - dann ist an allem was man anfasst eben auch Erdnussbutter dran. Denn um etwas zu aktivieren dass es von alleine radioaktiv wird braucht man eine sehr starke Neutronenquelle wie die aktive Zone eines Kernreaktors (oder die Spaltungszone einer Atombombe), dann besteht je nach Element eine mehr oder weniger große Chance dass der Atomkern ein Neutron einfängt und damit von stabil zu instabil wird. Wenn das so einfach wäre dann wäre es nicht so schwer einen Brutreaktor zu bauen.

Es ist genau das fehlende Wissen und davor schon das fehlende Bedürfnis sich dieses Wissen anzueignen was das Problem ist. Ich habe das getan und eben deshalb sehe ich einen schmalen, aber gangbaren Pfad im Dickicht. Alle anderen machen das nicht und sehen deshalb einfach nicht dass der vermeintlich gut ausgetrampelte Pfad hinter der nächsten Biegung in einer Sackgasse endet. Erst nachdem sich alle die Nase an der Mauer blutig gestoßen haben glaubt man dem INTJ dass der andere Weg doch der bessere ist ...

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Ich probiere jetzt mal etwas neues. Ich habe ein paar Blogartikel, die ich zwar vorgeschrieben habe, dann aber aus irgendwelchen Gründen nicht veröffentlicht habe. Und gegeben der ganzen Sachen die in der Welt passiert sind, sind diese inhaltlich inzwi

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