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Author: Stephan Brunker

Stephan Brunker
Stephan hat 2016 herausgefunden, dass er kein Außerirdischer sondern ein ganz normaler INTJ ist. Seitdem befasst er sich intensiv mit den Eigenschaften der verschiedenen Persönlichkeitstypen. Und weil er ein INTJ ist auch noch mit sehr vielen anderen Sachen.

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Entries from Stephan Brunker:

Starker Tobak

... und warum vielleicht Propaganda das einzig moralisch richtige sein könnte

Man muss schon in der passenden Stimmung sein, damit Introverted Intuition die wirklich bahnbrechenden Erkenntnisse auswirft. In diesem Fall zu den grundlegendsten moralischen Prinzipien.

Soweit ich das beurteilen kann, werden Kriege im wesentlichen aus zwei Gründen geführt:

  1. Man will dem anderen etwas wegnehmen
  2. Man will den anderen seinen Willen aufzwingen

Oft werden beide Faktoren etwas vermischt, aber es gab genug Raubkriege, auch der Krieg Putins in der Ukraine ist im wesentlichen einer. Auf der anderen Seite werden Religionskriege häufig deshalb geführt um dem anderen seine Lebensvorstellung aufzuzwingen. Alternativ war der amerikanische Bürgerkrieg so ein Fall, die Nordstaaten hätten die Südstaaten ja auch einfach ziehen lassen können, dann hätten sie sich eben einen unabhängigen Sklavenhalterstaat gegründet. Aber nein, hier musste der Norden seinen Willen von der Einheit der Nation durchsetzen (und erst in zweiter Linie die Abschaffung der Sklaverei).

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Genie oder Wahnsinn

Ich hatte ja erwähnt dass ich mir ein (elektronisches) Schlagzeug zugelegt habe. Und ich bin immer noch fleißig am üben. Da kann man auch gut an der Heizung sparen, ich weiß jetzt auch warum die Schlagzeuger in den Livevideos so herumtropfen: Das ist anstrengend. Und nebenbei bin ich auch wirklich froh darüber mir die elektronische Variante gekauft zu haben, damit hält sich die Belästigung der Mitmenschen in Grenzen. Schlagzeug ohne irgendwas dabei hört sich nämlich ziemlich übel an und das noch in einer Nachbarschaftsfriedensgefährdenden Lautstärke (die Englischsprecher sind neidisch darauf dass man im Deutschen so leicht neue Worte durch kombinieren erzeugen kann).

Mit geht es aber im Detail hier drum:

Audioeditor-Analyse von Highway to Hell
Audioeditor-Analyse von Highway to Hell
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Unheilige Allianz

In den USA stehen ja jetzt die Midterm-Wahlen ins Haus. Ich habe eine Einschätzung gesehen und demnach sind die meisten Rennen bereits gelaufen. Und von so viel Kopfschütteln bekomme ich noch eine Gehirnerschütterung.

Wenn man sich anschaut was die Republikanische Partei in den letzten Jahren so abgezogen hat müssten ihr doch die Wähler in Scharen davonlaufen. Durch das Mehrheitswahlsystem müssten doch schon ein paar Prozentpunkte Wählerabwanderung ausreichen damit die Sitze alle an die Demokraten fallen. Aber nein, es wird sich wohl nur marginal etwas an der Machtverteilung ändern.

Unfassbar.

Nur so ein paar Sachen die mir zuallerst einfallen: Präsident Trump hat laut Washington Post 30.573 mal gelogen. Nachweislich. In nur vier Jahren Amtszeit. Das macht knapp 21 Lügen pro Tag. Das muss man erst mal schaffen. Oder nehmen wir den Supreme Court: Judge Alito hat bei seiner Anhörung unter Eid bestätigt, dass er den Fall Roe v. Wade als gefestigten, mehrfach bestätigten Präzedenzfall ansieht. In seiner Urteilsbegründung mit der er diesen Präzedenzfall umgestoßen hat steht: "it was egregiously wrong from the start" - also von Anfang ungeheuer falsch, was unmöglich mit seiner Aussage unter Eid vereinbar ist. Das gleiche gilt für die Judges Kavanaugh, Coney Barret und Gorsuch, die alle bei ihrer Anhörung nach diesem Präzedenzfall gefragt wurden. Und Judge Clarence Thomas ist sogar so dreist jetzt bei einer Eilentscheidung betreffend die Vorladung eines Senators betreffend der versuchten Wahlmanipulation in Georgia seine Befangenheit zu ignorieren. Das Gesetz sagt wenn der Richter oder sein Lebensgefährte ein berechtigtes Interesse am Ausgang des Verfahrens hat muss der betroffene Richter sich für befangen erklären - und Ginny Thomas ist als MAGA-Aktivistin sehr, sehr tief in den Fall verstrickt.

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Range - Generalisten in einer spezialisierten Welt

Ich lese ja in letzter Zeit nicht mehr so viel Non-Fiktion. Nachdem ich aber auf Youtube einen Beitrag des Autors gesehen habe, musste ich mir das Buch kaufen:

David Epstein: "Range - How Generalists Triumph in a Specialized World"

David Epstein: Range - How Generalists Triumph in a Specialized World

Kurzfassung: Es hat sich gelohnt.

Der Autor ist Wissenschaftsjournalist und hat - anders als ich das hier mache - neben Einzelschicksalen auch tatsächliche wissenschaftliche Forschungsergebnisse herangezogen. Es geht um das Thema was ich unter "Tausendsassa" schon einmal angeschnitten habe. Nur wirkt das Prinzip dahinter noch viel weiter und tiefer als ich ursprünglich gedacht habe. Hier also verschiedene Aspekte die Epstein anspricht und die ich mit eigenen Erfahrungen ergänzen kann. Um jetzt das Material aus dem Buch von meinen Ergänzungen zu trennen, habe ich das wieder entsprechend formatiert:

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Entfremdung der Arbeit

Es gibt einen Nebeneffekt, den die zunehmende Konzentration auf immer größere Arbeitgeber hat: eine zunehmende Entfremdung der Arbeitnehmer von ihrer Arbeit. Zumindest hier in Deutschland, in Japan mag das etwas anders sein. Mit anderen Worten - die Menschen gehen nur noch "schaffen" und die Verbindung zu ihrer Arbeit und ihrem Arbeitgeber wird immer schwächer. Dazu gehört eben auch der mittlerweile selten gewordene "Werkstolz" - auf das Produkt der eigenen Arbeit stolz zu sein auch wenn es einem nicht persönlich "gehört".

Da ich ja sehr für anschauliche Beispiele bin, hier eines sprichwörtlich vom ALDI nebenan: Weil der ALDI mittlerweile eine der wenigen Quellen für Frühstücksbrötchen ist und in annehmbarer Entfernung liegt fahre ich gerne mit dem Fahrrad da hin, gibt auch frische Luft. Die Filiale hat sogar einen Fahrradständer. Allerdings hat da vor einiger Zeit wohl jemand einen Unfall gehabt, jedenfalls liegen dort eine Reihe von Glassplittern herum - und zwar eben genau um den Bereich des Fahrradständers. Und weil das direkt vor dem Fenster und überdacht ist ist das wohl zweifelsfrei auch ALDI-Gelände.

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Falsches Werkzeug macht keinen Spaß

Wenn man eine Aufgabe zu erledigen hat und auch das richtige Werkzeug dafür, dann macht es Spaß. Und selbst wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht so gut läuft, ist es ein beruhigendes Wissen für den Plan B auch entsprechend ausgestattet zu sein. Wenn man aber mit ungeeignetem Werkzeug an eine Sache herangeht ... artet es in ein endloses Gewürge aus.

Hier im Ort muss eine Brücke ersetzt werden und eine lokale Baufirma hat den Auftrag vom Landesbetrieb Mobilität dafür bekommen. Die Firma ist vor ein paar Jahren schon mal durch eine Insolvenz gegangen und inzwischen wundere ich mich auch nicht mehr warum. Zuerst haben sie die Straße halb abgesperrt und jetzt läuft der Abbruch schon seit drei Wochen. Ich bin jetzt kein Baumaschinenfachmann, aber irgendwie scheint es mir, dass die für die Aufgabe völlig unterdimensioniertes Werkzeug einsetzen.

wenn die Zange es nicht packt, muss es der Hammer richten
wenn die Zange es nicht packt, muss es der Hammer richten
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Gefangen in Dogmen und Paradigmen

Ich probiere jetzt mal etwas neues. Ich habe ein paar Blogartikel, die ich zwar vorgeschrieben habe, dann aber aus irgendwelchen Gründen nicht veröffentlicht habe. Und gegeben der ganzen Sachen die in der Welt passiert sind, sind diese inhaltlich inzwischen überholt. Als ich diesen hier nochmal gelesen habe, fand ich es aber einfach zu schade ihn in die Tonne zu treten.

Heute beim Duschen ist mir dann plötzlich eingefallen (ich hatte ja schonmal geschrieben wie Introverted Intuition funktioniert) wie ich das sogar zu meinem Vorteil nutzen kann: Nachdem ich ja oft Zeitungsartikel oder Leserbriefe schonungslos kommentiere und meinen Senf dazugebe, kommentiere ich mich jetzt selbst - in hindsight (ist schon witzig wenn man praktisch zweisprachig unterwegs ist und einem manchmal Worte in einer Sprache einfallen die man einfach nicht richtig übersetzen kann). Geschrieben wurde der Text am 9. Februar - damals gab es noch keinen Krieg in der Ukraine, nur die Verschärfung der russischen Aggression.


Je älter ich werde, desto mehr fällt mir auf wie sehr sich die Mainstreamgesellschaft von meiner Weltanschauung unterscheidet. Eigentlich wird mir fast jeden Tag schlecht wenn ich in die Zeitung schaue. Die Ordnungskräfte, also Politik und Verwaltung sind derart in einem Geflecht von Dogmen und Paradigmen gefangen, dass real erreichbare Ziele völlig unerreichbar werden, einfach weil sich dann viel zu schnell zwei unvereinbare Dogmen blockieren.

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Drei Leserbriefe

Schon ein komisches Gefühl, wenn man die Leserbriefseite in der Zeitung liest und gleich drei der Schreiber am liebsten anschreiben würde weil ihre Position völlig unhaltbar ist. Ich brauche die Artikel nicht im Volltext zu zitieren, es reicht die Zusammenfassung: Petra S. schreibt zu dem Artikel, dass Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss keinen Job mehr bekommen, trotz offener Lehrstellen: Sie schreibt, dass es früher nach dem 9. Schuljahr den Hauptschulabschluss gab und man danach eine weitere Ausbildung machen konnte und damit zehn Jahre länger auf sein Rentenkonto einzahlen kann als nach Abitur und Studium. Und das man heute mit dem ersten Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz bekommt beziehungsweise Zeit verschwendet wird um nach Abitur und Studium trotzdem noch eine Ausbildung zu machen.

Petra S. vergisst nur einen wichtigen Punkt: Warum man mit niedrigem Schulabschluss keine der reichlich vorhandenen Lehrstellen bekommt. Entweder sind das Stellen die keiner will (weil anstrengend / schmutzig / unangenehme Arbeitszeiten), oder die Kandidaten werden wegen offensichtlicher Nicht-Eignung nicht genommen. Was immer mehr um sich greift ist einfach die mangelnde Sorgfalt. Man muss da streng trennen zwischen Fähigkeiten und Sorgfalt.

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Quora: Warum regieren INTJs nicht die Welt?

Auf Quora werden oft dumme Fragen gestellt. Manchmal findet man aber auch richtige Perlen wie diese Anwort von Jennifer Mallory, die bei mir richtige Resonanz ausgelöst hat (ich bemühe im wesentlichen hier Auto-Translate, deshalb der etwas seltsame Schreibstil):

Warum regieren INTJs nicht die Welt?

Genau aus dem Grund, dass die meisten Leute dem INTJ am Ende sagen „Du hattest Recht“, nachdem sie ihren Rat ignoriert haben, weil sie es einfach zuerst auf ihre Weise versuchen mussten. Die anderen Typen sind in der Lage, Dinge herauszufinden, indem sie ihre Hände benutzen, etwas auseinandernehmen, alle Teile untersuchen und es wieder zusammensetzen. Es das Auseinandernehmen das wir INTJs in unseren Köpfen tun können was die meisten Menschen nicht können. Also glauben sie einfach nicht, dass wir es möglicherweise wissen könnten, indem wir es einfach nur studieren und es durchdenken. Die meisten fragen: "Aber woher weißt du das?" weil sie es selbst nicht wie ein INTJ konzipieren können und diese daher ignorieren.

INTJs als Führungskräfte wären nicht beliebt, weil wir Modelle und Regeln implementieren würden, die effizient und fair, aber nicht populär wären. Menschen mögen es nicht, wenn andere ihnen sagen, was sie tun sollen, selbst wenn es zu ihrem eigenen Besten ist.

Ich stelle mir vor, dass ein verantwortlicher INTJ wie all diese armen Wissenschaftler wäre, die beweisen, dass der Klimawandel real ist, und die Leute einfach die ganze Wissenschaft und Forschung ablehnen würden, weil sie denken, es sei wahlweise ein "Scherz" oder eine "Verschwörung". So sehr sie auch versuchen die Entscheidungen zu treffen, alle anderen MBTI-Typen würden einfach abwandern und ihre eigene Welt aufbauen, ähnlich der, die wir jetzt haben ;-)

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Grinsen wie ein Weihnachtsbaum

oder: Es gibt nicht viel was man mit 5 Minuten Google nicht lösen kann

Dieser Tage kam meine Mutter zu mir. Sie hatte im Internet Gurtband bestellt, zwei Rollen zu je 12 Meter. Geliefert wurde nur eine Rolle.

Rolle mit Gurtband
Rolle mit Gurtband

Deshalb hatte Sie die berechtigte Frage ob da 25 Meter drauf sind. Man könnte das natürlich abrollen und nachmessen, aber das dann wieder so schön aufzurollen ist eine Menge Arbeit. Es bietet sich also an die aufgerollte Länge auszurechnen. Man kann sich die Formeln jetzt selbst herleiten - was dauern würde - oder einfach Google fragen.

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Die wollen mich wohl umbringen

Mir ist jetzt klar, warum meine Kunden trotz unserer Personal- und Hochwasserprobleme ihre Küche unbedingt von uns geliefert haben möchten: Wir sind einfach anders als die meisten "normalen" Firmen. Was ich bei der Inbetriebnahme der neuen Heizung erlebt habe, schlägt dem Faß den Boden aus: So eine Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit ist ein starkes Stück, aber leider normal.

Nachdem alles hydraulisch und elektrisch angeschlossen war, sollte ein Probelauf stattfinden. Da die letzten fehlenden Teile just erst an diesem Tag geliefert und montiert wurden, konnte ich keine neuen Hackschnitzel vorbestellen und ich hatte nur die, die im Hochwasser baden gegangen sind. Die waren zwar nicht mehr nass, aber auch nicht wirklich trocken. Aber solches Material hatte ich schon frisch ab Werk, normalerweise muss die Heizung damit klarkommen.

Aber das tat sie nicht: Schon die Zündung scheiterte zweimal, und dann qualmte und dampfte es aus allen Löchern, aus dem Kaminzugregler und aus der Wartungsklappe des Schornsteins. Der Unterdruck und der O2-Wert erreichten nie die Sollwerte. Dabei waren sowohl der Seniorchef der Heizungsfirma als auch der Servicetechniker des Herstellers. Die kamen dann mit Erklärungen wie: "Der Kamin ist ja ganz kalt" oder "das Material ist einfach zu nass". Die Abnahmemessung konnte dann auch nicht stattfinden weil die Heizung nie in den Normbereich kam. Die Heizung lief dann über ein paar Stunden, qualmte die ganze Etage voll und ich habe das Zeug auch über Stunden eingeatmet bis ich sie abgestellt habe, ich musste sie ja auch alle paar Minuten manuell beschicken.

Defekte Schornsteinluke
Man sieht ja schon an den Schmauchspuren dass die Dichtung völlig hin ist
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Voll in die Fresse

Zwei der letzten Blogartikel haben mir etwas vor Augen geführt was mich praktisch schon mein Leben lang begleitet, aber erst jetzt wurde es mir offensichtlich: Mit mir diskutiert niemand. Normalerweise bedeutet eine Diskussion ja, dass man die Position des Gegenübers angreift in dem man seine Argumente entweder widerlegt oder zeigt dass sie in der Situation nicht anwendbar sind. Nur ... bei mir macht das keiner.

Wenn jemand meine Argumente nicht mag, dann greift man mich stattdessen persönlich an. Das war so bei diesem Kommentar über die Panzerhaubitze, wo man mich als "Glatter" bezeichnet hat und ich keine Ahnung haben darf weil ich nicht gedient hätte. Was an der Gültigkeit meiner Argumente aber überhaupt nichts ändert. Und dasselbe ist passiert auf meine Nachricht wegen der leeren Parterbörsen-Profile: Hier wird mir quasi vorgeworfen ich hätte meine vorherige Beziehung vernachlässigt, deshalb selbst schuld an meinem Single-Dasein und wenn ich so was verfasse müsse ich ja noch sehr lange angemeldet bleiben.

Mit anderen Worten: Wenn einem die Argumente des anderen nicht gefallen und ich sie nicht widerlegen kann, dann haue ich ihm halt eins in die Fresse.

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Nostalgie: World of Warcraft

Als es aktuell war habe ich es niemandem erzählt, aber von 2007 bis Anfang 2010 habe ich recht intensiv World of Warcraft gespielt. Darauf gekommen bin ich wohl über einen Artikel von Zukunftsforscher Mathias Horx im P.M. Magazin wobei er wohl falsch lag dass die Online-Rollenspiele gesellschaftliche Bedeutung gewinnen würden. Was absolut stimmte ist die Austauschbarkeit der realen mit der Online-Welt: mit anderen Worten: Die Erlebnisse online mit den real existierenden Mitspielern waren genauso real wie die Wirklichkeit. Aus heutiger Sicht: ich bin natürlich an das Spiel genauso herangegangen wie das für einen Tausendsassa-INTJ zu erwarten war und die Probleme waren dieselben wie im "Real Life" auch.

Was auch noch zu erwähnen ist, dass ich eben über das Spiel noch viel Kontakt mit meinem Bruder hatte - dass er schon damals fast 500 Kilometer entfernt in Eichstätt studiert hat war ja online kein Problem. Wir haben sozusagen damals viel zusammen erlebt.

Straßenszene am Marktplatz in Sturmwind
Straßenszene am Marktplatz in Sturmwind

World of Warcraft war oder ist (schon lange nichts mehr gehört) ein Fantasy Multiplayer Onlinespiel, zuerst ging es von Level 1 bis 60, dann habe ich noch zwei Erweiterungen bis 70 und 80 mitgemacht. Es gab ursprünglich acht Klassen und so wie ich das gesehen habe, Spezialisten: Krieger (Tank - der die Schläge einsteckt), Priester (Heiler), Magier (Zauberschaden), Schurke (physischer Schaden), dann die Allrounder: Paladin und Druide sowie die Solo-Klassen Hexenmeister und Jäger. Und natürlich bin ich nicht den "normalen" Weg gegangen mit einem einzigen Hauptcharakter. Nein, ich wollte wie mit allem anderen auch (Introverted Intuition lässt grüßen) den Gesamtüberblick über die Spielmechanik.

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Das Ende der Hilfsbereitschaft

Ja, das gab es früher einmal. Wenn jemand ein Problem hatte, dann fanden sich freundliche Menschen, die selbstlos Hilfe geleistet haben. Ich mache das immer noch, das gibt gutes Karma. Ich bekomme in der Firma häufiger Telefonanrufe und da gebe ich mein Wissen gerne weiter auch wenn da für mich kein Geschäft zu machen ist. Solange das nur ein paar Minuten sind ist es mir das wert. Aber die Realität in der aktuellen Welt sieht da völlig anders aus - ich!, ich!, ich! setzt sich immer mehr durch.

Bei meinen Renovierungsarbeiten im Lager habe ich jetzt diesen Riß im Beton entdeckt:

Riss in Betonscheibe
Riss in Betonscheibe

und zumindest als feiner Riss zieht sich dieser bis auf die andere Seite der Betonscheibe durch. Damit hängt der ganze Sturz und damit auch die darauf aufliegende Decke nur noch an der Armierung. Wenn man von den Farbspuren ausgeht, dann ist der Riss zwar schon länger da, der letzte Anstrich muss 30 Jahre her sein und es ist teilweise überstrichen worden. Aber trotzdem sollte man da was machen.

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O tempora, o mores

Der Sittenverfall wurde schon in der Antike beklagt. Ich habe auf Youtube ein paar Videos gesehen bei denen es um total vermüllte Flüsse ging von denen aus der Müll in die großen ozeanischen Müllstrudel gelangt. Ich habe mich dabei auch noch aus dem Fenster gelehnt und in Kommentaren behauptet, dass es das in Deutschland nicht gibt. Wir haben das Dosenpfand, den gelben Sack, die regelmäßige Problemmüllsammlung ... ich musste meine Worte ganz schön schlucken.

Müll am Ufer in Kalkutta
Müll am Ufer in Kalkutta, Photo by Abhyuday Majhi on Unsplash

Bekanntermaßen hatten wir ja im letzten Jahr die Sturzflut, wo der ansonsten nur ein paar Zentimeter tiefe Bach innerhalb von ein paar Stunden auf über drei Meter angeschwollen ist und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat. Dabei hat er auch einiges an Treibgut mitgerissen und ich hatte die spontane Idee, wie in den Videos aufzuräumen und die Plastikfolien die noch in den Bäumen hingen einzusammeln.

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