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Attraktivität

Ich bin da gerade einer ziemlich tiefen Weisheit auf der Spur. Etwas das eigentlich ziemlich simpel ist, trotzdem scheint so gut wie niemand auf diese Erkenntnis gestoßen zu sein. Und zwar: Wie funktioniert Attraktivität eigentlich? Da ist immer die Rede von Liebe auf den ersten ... zweiten Blick, aber genaueres habe ich da auch noch nicht gefunden. Da ja MBTI eines meiner Steckenpferde ist und ich über eine reichlich hohe intrapersonelle Intelligenz verfüge (also Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis) sind mir ein paar Sachen aufgefallen. Es gibt zwei Hauptfaktoren die darüber entscheiden ob man jemanden attraktiv findet. Ich fange mal mit dem weniger offensichtlichen an: Es ist tatsächlich der Persönlichkeitstyp. Es ist kein Wunder, dass sich immer wieder die gleichen Typkombinationen finden. Für mein Beispiel (INTJ) tauchen regelmäßig INTP, INFJ, INTJ, ENTJ und ENFP als mögliche Kombinationen auf, jedenfalls wenn die Beziehung ausbalanciert ist. Bei einseitig dominanten Beziehungen kommen dann ein paar S-Typen dabei. Jetzt kommt nicht jeder dieser Typen für jeden in Frage, dafür sind die Menschen zu verschieden. Meine letzte Erkenntnis ist das INFJ und INTP wohl für mich die besten Treffer wären weil diese Extroverted Feeling und damit die Ausstrahlung haben die ich im Moment am attraktivsten finde.

Das diese Kombination der Persönlichkeitstypen entscheidend ist für die Tatsache ob man sich gut versteht zeigt sich schon alleine daran das man bei einer passenden Kombination auch schnell eine Freundschaft aufbaut, unabhängig von der sexuellen Anziehung. Dazu gehört auch eine gewisse Überlappung bei den Interessen. Diese Verbundenheit auf dem Persönlichkeitslevel dürfte das sein, was so oft als "Liebe auf den zweiten Blick" zitiert wird.

Und auf den ersten Blick? Das ist etwas schwieriger, weil sich hier verschiedene Faktoren überlagern, was auch deutlich wird wenn man von der anderen Person ein Foto oder ein Video sieht. Es gibt bestimmte Schlüsselreize die wir attraktiv finden, davon manche die pures Klischee sind wie blonde lange Haare oder so. Und es gibt Faktoren die wir total abstoßend finden. Was es aber so schwierig macht ist die simple Tatsache, dass sich der Charaktertyp in das Aussehen durchschlägt. Extrem offensichtliches Bespiel: Julia Reda, die Europaabgeordnete der Piratenpartei sieht aus wie ein INTP und ist wohl auch einer. Ein Teil dieser Faktoren ist auf einem Foto zu erkennen, ein anderer zeigt sich erst auf einem Video, weil vor allem die Mimik auch Aufschluss über die Funktionen gibt. Die am leichtesten zu erkennende Funktion ist Extroverted Feeling - das führt gerade um die Augen herum zu einem intensiven Ausdruck, während Introverted Feeling wie bei INTJs die obere Gesichtshäfte sehr starr macht. Anderes zeigt sich darin, wie sich jemand bewegt. Am besten wissen wahrscheinlich Schauspieler um diese Zusammenhänge, denn diese müssen alle diese Faktoren ja spielen um den Charakter richtig darstellen zu können den sie verkörpern sollen.

Das Problem dabei ist ganz einfach, dass es unzweifelhaft Zusammenhänge gibt, dies aber alles nur schwammig und bedingt zuverlässig ist. Manches findet man erst heraus wenn man mit der Person länger zusammen ist, manches sieht man in einem zwei-Minuten-Video und ein Foto ist da noch mehr vage.

Was will ich jetzt damit sagen? Es ist eigentlich ganz einfach und das das was die Macher von "Hochzeit auf den ersten Blick" bei RTL total versemmelt haben: Wenn man zwei Menschen zusammenbringt, die den Persönlichkeitstyp des jeweils anderen ganz oben auf ihrer Liste haben, dann das allgemeine Aussehen auch passt und zu guter letzt noch genügend gemeinsame Interessen vorhanden sind, dann sind die Chancen sehr, sehr gut das daraus eine funktionierende Beziehung wird.

Und das ist auch genau das, was 99% der Menschen auf den Online-Dating-Portalen auch falsch machen: Die Selbstbeschreibung beschränkt sich dort viel zu oft nur auf das Foto, was für sich alleine nicht sehr aussagekräftig ist. Das führt zwangsläufig zu einer Menge Enttäuschung weil so die wirklich aussichtsreichen Treffer im Spam untergehen oder gar nicht erst klar wird das es hier einen Treffer geben könnte. Es könnte so einfach sein: Jeder gibt seinen Persönlichkeitstyp an und welche anderen Typen für ihn in Frage kommen. Dazu noch Informationen über das was man beruflich macht (damit verbringen wir ja schließlich einen Großteil unserer Zeit) und die Hobbies und Interessen. Wenn dann ein Algorythmus diejenigen zusammenbringt die zusammenpassen, vorher die Optik gecheckt haben und die dann eine halbe Stunde ein Videodate bei Skype haben könnte man jede Menge Menschen glücklich machen. Bei solchen Treffern spielt dann die Entfernung wohl keine große Rolle mehr.

Wobei: Ich schreibe jetzt hier aus meiner Perspektive, und das ist nun einmal nicht die des Normalmenschen. Wenn man ein ISTJ ist und einen ESFJ mag, dann gibt das mehr Treffer als sonst was, weil diese Typen ja so häufig sind und den Großteil der Bevölkerung stellen. Wenn es aber um intelligente IN-Typen geht, dann reduziert sich das prozentual auf einskommairgendwas oder noch weniger und damit wird das wirklich die Nadel im Heuhaufen, die dann auch noch versucht sich zu tarnen. Jahrhundertelange genetische Auslese hat dazu geführt, dass diese Typen aus dem Genpool der Landbevölkerung herausgezüchtet wurden und die meisten IN.. verstecken sich auch noch meistens in den eigenen vier Wänden, selbst wenn man sie denn bei sozialen Interaktionen erkennen würde. Für die Gesellschaft als solches wäre das ein großer Gewinn wenn sich diese Menschen vermehren würden - diese sind ja für den Löwenanteil der Innovationen und Schaffenskraft der Menschheit verantwortlich.

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Kommentare

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M.W. am :

Volle Zustimmung! Für einen INTJ bist du ziemlich gut auf diesem Gebiet ;-)
Ich dachte immer ich bin der einzige der Typen anhand des Aussehens zumindest eingrenzen kann (oft muss man aber nicht lange rätseln).
Es ist zwar nicht der einzige Weg, aber deine Traum-Partnerbörse hätte einen riesigen Effekt auf das Leben vieler Menschen. Zufriedene Partner haben dann einen weiteren positiven Effekt auf ihre Umwelt. Das Leben generell würde sich nicht unerheblich verbessern...
Was deine Gefühlsfunktion angeht, ist es zwar richtig, dass sie für dich extrovertiertes F sein sollte. Allerdings ist es genauso wichtig, dass diese Funktion auf gleicher Ebene ist (gilt besonders für wahrnehmende Typen). Die Dimension (Qualität) wäre die gleiche. Konkret heißt das in deinem Fall, dass der Partner an der 3. Funktion extr. F haben sollte. Das ergänzt sich dann optimal. Diese Funktion wäre dann bei dir im Child und relativ unterentwickelt (kindisch/fragend). Bei dem potenziellen Partner ist es ebenfalls im Child nur eben auf der extrovertierten Seite. Ihr wärt also wie Kinder die gut miteinander spielen könnt ohne das der Andere schnell beleidigt ist.

Stephan Brunker am :

Kein Problem … wenn ich jemanden finde, der mir die 100.000 User organisiert die ich dafür bräuchte das es funktioniert, fange ich morgen an zu programmieren. Der Pool muss eben groß genug sein, sonst macht es leider keinen Sinn. Und bei der Menge von Usern braucht man auch einen Kundenservice …

Stephan Brunker am :

"Konkret heißt das in deinem Fall, dass der Partner an der 3. Funktion extr. F haben sollte." So ungefähr war das auch meine Schlussfolgerung aus meiner Selbstbeobachtung, was ich denn attraktiv finde. Entweder ein INTP mit gut entwickeltem Fe oder ein INFJ der näher an der rationalen Seite ist - es gibt schließlich auch INFJ-Wissenschaftler. In dem einen Fall wird es etwas geboostet, in dem anderen etwas abgeschwächt. Sehr emotionaler INFJ dürfte problematisch sein … genauso wie ein sehr rationaler INTP, also irgendwas dazwischen. Um das genauer sagen zu können, müsste ich aber ein paar von beiden Sorten in die Finger bekommen.

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