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Mitgespült im Fluss des Lebens

Ich kann es nicht lassen hier Artikel zu schreiben die niemand lesen wird - außer den Spammern die mich hier mit Kommentaren zumüllen. Aber manches bewegt einen und dann kann ich das sehr gut verarbeiten wenn ich das in Worte fasse. Wie zum Beispiel, welche Bahnen das Leben so nimmt. Natürlich versuchen wir alle, unser Leben zu steuern aber das ist so nur in Grenzen möglich. Viel besser gefällt mir die Analogie dass wir alle Kieselsteine sind die in einen reißenden Fluss geworfen werden und die Strömung treibt einen dann irgendwo hin, was wir auch kaum beeinflussen können. Sehr bewusst wurde mir das, als ich dieses Video auf Youtube gesehen habe, das mir aus einem unbekannten Grund vorgeschlagen wurde:

Wenn es die Strömung anders mit mir gemeint hätte, hätte ich da auf der Bühne stehen können. Ich habe nämlich auch ein Klavierkonzert komponiert, wahrscheinlich leider war ich dabei etwas älter, Anfang 20. ( I-Adagio II-Adagio-Scherzo-Adagio III-Rondo ) Ich bin auch in diese Strömung gesprungen, anders als das Mädchen hat es mich aber nicht mitgerissen. Die gleichen Argumente die man mir entgegengeworfen hat, hätte man gegen Sie genauso auch vorbringen können: Studiert an einer Musikhochschule? - wohl kaum in dem Alter neben der Schule und dem Komponieren. Beschränkter Horizont? Meines klang nach Beethoven, ihres klingt stark nach Mozart, jedenfalls nicht nach aktueller Avantgarde. Und so weiter. Ich bin auch weder griesgrämig noch neidisch, ich will nur sagen das es sehr stark davon abhängt welche Menschen - andere Steine - das Leben einem in die Bahn wirft. Manche blockieren, andere schaffen eine günstige Strömung. Vielleicht liegt es auch daran das ich einfach zu kantig bin um gut mitzurollen. Und ich sehe in einem rosa Kleid auch nicht so süß aus und ich hätte mein Werk auch nicht selbst spielen wollen, da war ich meiner Unzulänglichkeiten als Pianist sehr wohl bewusst - zumal so ein Klavierkonzert ja auch schwer sein sollte (dummerweise war eine meiner Vorlagen beim Komponieren Rachmaninov und das ist extrem schwer).

Das gleiche gilt für meine Kletterambitionen. Ich habe letztens im Alpenvereinsmagazin einen Bericht von Klettersteigen in der Brenta gesehen, und bei den Bildern möchte ich auch gerne da sein. Andere Leute gehen klettern, treffen andere Kletterer die die gleichen Ziele haben, trainieren zusammen und gehen dann zusammen auf Tour. Das hat bei mir dann leider auch nicht funktioniert, obwohl ich es versucht habe. Ich habe auch versucht eine Art Orgeltourismus zu machen, leider mit dem gleichen negativen Ergebnis.

Auf der anderen Seite brauchte ich nur der Strömung zu folgen um Inhaber eines erfolgreichen Einzelhandelsunternehmens zu werden. Ich musste das nicht - mein Bruder hat sich schließlich anders entschieden - aber da brauchte ich keine äußeren Widerstände zu überwinden. Mein Lieblingsbeispiel ist auch Hans-Jochen Vogel, den ich mal bei einem Vortrag gehört habe. Nach seinem Sturz als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz ("Gott schütze Rheinland-Pfalz") hat ihn die Strömung einfach auf den Ministerpräsidentenposten von Thüringen gespült. Er brauchte nichts dafür zu machen, man hat ihn einfach gefragt ob er das machen will und dann hat die Maschinerie ihn gewählt. Ist das Schicksal? Ich kann mir nicht vorwerfen es nicht versucht zu haben und ich habe auch nicht schnell die Flinte ins Korn geworfen. Die Liste derer die mich haben abblitzen lassen ist schon etwas länger. Dummerweise war der Richtige eben nicht dabei und das hat wohl wirklich viel mit Glück zu tun. Dvorak war auch nur Dorforganist und hatte nur deshalb Erfolg weil der ehrwürdige Brahms auf ihn aufmerksam geworden ist.

Der Vorteil ein Tausendsassa zu sein liegt ja darin das man nicht von der Einen Sache abhängig ist. Ich bin jetzt eben als Konstrukteur und Handwerker tätig und die Werkstatt und Maschinen die ich habe kann ich mir nur deshalb leisten weil ich eben die Firma im Hintergrund habe die das brauchen kann und sich leisten kann. Aber man kann auch den Schluss ziehen dass man dem Glück zwar einen Schubs geben kann, erzwingen kann man es aber nicht.

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