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Käsiges Hirngespinst

Der Sommerhit des Jahres ist sicherlich die "kulturelle Aneignung". Das es also verwerflich ist, wenn man sich als Nicht-Mitglied einer Gruppe deren Kultur bedient. Ich frage mich nur gerade eben, wer auf solchen Blödsinn kommt, das ist ja eine Mischung aus völligem Käse und einem Hirngespinst. Wahrscheinlich sind das die gleichen Leute, die so eine irrsinnige Angst haben dass ihnen ihre Daten gestohlen werden und dass selbst von einem anonymen Cookie eine Gefahr ausgeht und so weiter - deshalb muss man ja jetzt auf jeder Internetseite erst mal mit dem Cookie-Disclaimer fertig werden. Wahrscheinlich haben diese Leute nach dem gleichen Prinzip auch eine irrsinnige Angst davor, dass ihnen ihre Kultur gestohlen wird.

Das Problem an der Sache ist halt nur das, dass es im Laufe der letzten paar Tausend Jahre es immer wieder Kulturtransfers gegeben hat und das etwas ganz normales ist. Es gäbe diesen Blog nicht, wenn nicht 1700 vor Christus sich kanaanitische Wanderarbeiter und agyptische Arbeiter im Sinai getroffen hätten und sich die ersteren an den Wortzeichen der zweiten bedient hätten um das erste Alphabet zu erschaffen. Ja, selbst unsere Schrift als wohl grundsätzliches Kulturgut sind geklaute ägyptische Hieroglyphen.

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Wie man in den Wald hineinruft

... oder: man bekommt was man bestellt.

Ich bin ja schon seit ewigen Zeiten bei einer Reihe von Dating-Sites und -apps registriert und ich habe immer damit gekämpft dass es so viele "leere" Profile gibt die nur aus einem Foto (und vielleicht noch ein paar nichtssagenden Bröckchen) bestehen. Da ich ja inzwischen weiß, dass es für mich auf die Persönlichkeit ankommt (INTP oder vielleicht noch ENTP) ist das für mich komplett nutzlos. Man kann in so einem Fall ja noch nicht einmal ein persönliches Anschreiben formulieren weil es einfach keine Informationen dafür gibt.

Inzwischen schreibe ich grundsätzlich nur noch wenn es Anhaltspunkte dafür gibt dass die Persönlichkeit in die Richtung geht. Das kann der Beruf sein, teilweise hängt das Aussehen tatsächlich mit der Persönlichkeit zusammen und je mehr Text desto eher lässt sich das Eingrenzen. Ich stelle dann auch immer direkt die Frage nach der Persönlichkeit - INTPs sind dem genauso wie die anderen INxx gegenüber aufgeschlossen, alles andere hat sowieso keinen Zweck, deshalb ist das auch nicht weiter schlimm wenn mein Schrieb deshalb in die Tonne wandert. In der Praxis gibt das dann alle paar Monate mal einen Versuch und alle paar Jahre mal einen Treffer wo eine Kommunikation zustandekommt.

Was ich bis heute auch nicht verstanden habe: Frauen scheinen bei der ganzen Aktion auch passiv zu sein, in etwa so als würde man sich an das Ufer des Fischteichs stellen und die Angel auswerfen. Anders ist das auch nicht zu erklären dass sich Frauen vor Anschreiben nicht retten können und mein Profil keine fünf Mal im Jahr aufgerufen wird (oder sehe ich einfach so scheiße aus?) Diese Strategie hat aber erhebliche Nachteile, vor allem wenn man im falschen Teich mit dem falschen Köder angelt. Mit einer Gurke im Ententeich fange ich keinen Blue Marlin ...

Nachdem ich jetzt das Profil einer "Clara" aus Frankfurt, 41 Jahre, mit sehr attraktivem Foto gesehen habe und diesem Text (sonst nichts) dabei:

Nach einer privaten und beruflichen Neuorientierung bin ich jetzt auf der Suche nach *dem* passenden Partner, mit dem ich hoffentlich die nächsten Jahre glücklich und verliebt verbringen werde.
Wenn Du Anfang Fünfzig bist, Kultur und gutes Benehmen für Dich keine Fremdwörter darstellen und Du auch in der Lage bist, eine selbstbewusste Frau an Deiner Seite zu akzeptieren, freue ich mich über eine Nachricht von Dir. Von Kurznachrichten à la "Ich finde Dich ja sooo süß" möchte ich dabei gerne ebenso verschont bleiben wie von unpersönlichen oder kopierten Massenwurfsendungen.
Gutes Ausssehen ist nicht unwichtig, aber Charme, Humor, Intellekt und das gewisse "Etwas" sollten ebenso vorhanden sein.
Und nein, nur auf "Herzchen" oder Zuschriften von der Länge einer Twitter-Nachricht werde ich nicht reagieren.
Ich bin gespannt auf das, was kommt ...

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Vielfalt

Ich habe es ja schon in ein paar Blogartikeln eingeflochten dass ich ein Tausendsassa bin. Ich weiß jetzt noch nicht einmal, ob Intraverted Intutition (Ni - "Perspektive") oder Extroverted Intuition (Ne - "Entdecken") dafür verantwortlich ist. Viele der Fähigkeiten stammen aus der "get it done" - INTJ-typischen Zielstrebigkeit - wenn man etwas machen will (weil man es braucht), verschafft man sich einen Überblick und wenn dabei herauskommt dass man es selbst machen kann und "nur" lernen muss wie es geht, macht man es eben selbst. Und je mehr verschiedene Fähigkeiten man sich aneignet, desto besser kann man das Wissen über Kreuz einsetzen. Das ist eindeutig Ni.

Was mir aber jetzt die Tage wieder aufgefallen ist: Es ist ja nicht nur, dass ich mir neue Fähigkeiten aneigne, sondern ich habe dabei auch noch eine spezielle, vielfältige Herangehensweise. Weil ich mich immer noch in einer Art Schwebezustand befinde weil die Firma die vorher viel Zeit in Anspruch genommen hat jetzt weitgehend auf Eis liegt schaue ich recht viel auf Youtube. Wie es der Algorythmus so will, kam ich über einen Schlagzeuger auf seinen Kanal und dort haben mich zwei Videos angestupst: Einmal ein sechsjähriger Junge der erstklassig Heavy Metal-Schlagzeug spielt und dann der Test eines $399 elektronischen Drumkits.

Musikalisch habe ich ja seit längerer Zeit nichts mehr gemacht, das lag also auch auf Eis. Und es fällt auch unter die Kategorie "ich wollte immer mal" dass mich das Schlagzeug immer fasziniert hat. Der Hauptgrund warum ich einen Bogen darum gemacht habe war wohl dass man mich bei dem einzigen Jazz-Workshop den ich besucht habe (als Pianist) ziemlich heruntergeputzt hat von wegen ich könnte nicht zählen (Schläge treffen und Tempo halten). Wobei das relativ ist wenn ich mir das ansehe was in der Tanzschule so passiert. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen wie zwei Leute synchron völlig gegen den Takt tanzen können. Als Pianist hatte man beim Jazz jedenfalls die A-Karte, bis man sich überlegt hat welche Töne man bei einem A-major7-9-13 spielen kann ist der Song vorbei.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ein paar Tage nach diesem Youtube-Erlebnis und eine Marktexploration später habe ich mir für 700 und ein paar zerquetschte Euros das gekauft:

Drumkit Millennium MPS-850
Drumkit Millennium MPS-850
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Tritt vors Schienbein

Im Trierischen Volksfreund war dieser Artikel:

Straßenmusiker haben es in Trier schwer
Artikel im Trierischen Volksfreund vom 12.08.2022

Die Vorschriften für Straßenmusik sind mal wieder ein prima Beispiel dafür mit welcher Leichtigkeit eine SJ-dominierte Welt der intuitiven Minderheit vor das Schienbein tritt. Ich habe in Trier noch keine Straßenmusik erlebt, kein Wunder bei diesen Vorschriften. Schauen wir zuerst einmal auf die Motivation der Künstler: man macht das wohl in erster Linie aus Spaß an der Musik. Ich kenne jetzt die aktuellen Gagen nicht, aber selbst bei Dorffesten bekommt man keine Band mehr unter 50 Euro pro Nase und Stunde, eher deutlich mehr. Und ich bezweifle, dass sich solche Summen einspielen lassen, selbst wenn man einen viel größeren Gitarren- statt Geigenkoffer aufstellt. Und dann muss man davon noch 25€ für die Genehmigung abgeben. Die gilt zwar für eine Woche, aber wenn man arbeiten muss um spielen zu können (und nicht anders herum) dann nützt das nichts wenn man nur an einem Tag der Woche mal Musik machen will. Oder um es mit den Worten von Thomas Kolbin von MoonSun zu sagen: "Wir sind nach Kaiserlautern gefahren, haben dort in der Fußgängerzone gespielt und in einer Stunde 15 Euro bekommen. Zuerst fand ich das toll, bis der BWL-Student in mir festgestellt hat, das alleine die Spritkosten schon höher waren".

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So wird das nie was

Eine der Meldungen des Tages: die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, gibt ihren Widerstand gegen die Laufzeitverlängerung auf. Zuvor hatte Sie wegen der ungeklärten Endlagerung des Atommülls eine Nutzung über 2022 hinaus abgelehnt. Jetzt kommt Sie auf eine neue Idee: "Hier sollten wir noch stärker schauen, wie können wir eigentlich diesen Strom aus erneuerbaren Energien stärker erzeugen und dafür nicht das Gas verbrauchen. Da sehe ich noch Potenzial" und bezieht sich auf die Gaskraftwerke.

Wie kaputt ist ein System wo jemand der offensichtlich keine Ahnung hat an die Macht kommt? Liebe Frau Schwesig: Die Gaskraftwerke sind genau deshalb da weil wir stärker Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Ein Stromnetz muss Tag und Nacht, bei Sturm und Flaute eine bestimmte Menge Strom bereitstellen. Man kann es zwar versuchen, aber es wird wohl kaum funktionieren den Menschen zu sagen dass sie nur Suppe kochen dürfen wenn gerade Wind weht. Und Fernsehen nur wenn die Sonne scheint. Dummerweise kann man aber Wind und Sonne nicht bestellen, die stehen zur Verfügung wenn Petrus gerade Lust hat und nicht wenn die Menschen gerade Strom brauchen.

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Was für ein Feigling

Unter den vielen Youtube-Videos gibt es auch den Kanal der WELT. Und ich habe selten so einen schlechten, feigen Journalismus wie von Moderator Alexander Siemon gesehen. Hier interviewt er Anna Veronika Wendland. Als sie sagt, dass sich das Müllproblem bei einer Laufzeitverlängerung nur unwesentlich auswirkt, fällt er ihr bei 5:39 sogar ins Wort:

Ganz klar welche persönliche Meinung er hat und die Asse hat nun rein gar nichts mit einem Endlager für die hochradioaktiven Abfälle zu tun. Das übliche ideologische Geschwätz mit dem Müll-Scheinargument. Die Frau hat übrigens ja recht, Giftmüll entsteht überall und gerade Kohlekraftwerke blasen das Zeug auch gerne mal in die Atmosphäre, aber für diese Leute ist giftig ja nicht so schlimm wie radioaktiv. Als bei einem anderen Interview Stefan Aust im Prinzip dasselbe sagt - um einen Weiterbetrieb der AKW kommt man nicht herum - dann sagt er nichts:

Kein Wunder, Stefan Aust ist ja der Herausgeber der WELT und damit direkt oder indirekt sein Boss. Was für ein Feigling.

Kann man die MBTI-Einstufung auf das Big-Five-Modell übertragen? (Frage auf Quora)

Es gibt auf jeden Fall einiges an Überschneidung, was für die Validität der Idee an sich spricht.

Die Korrelationen sind (mit den englischen Bezeichnungen):
Openness <-> Intuition / Sensing
Conscientiousness <-> Perceiving / Judging
Extraversion <-> Extraversion / Intraversion
Agreeableness <-> Thinking / Feeling
Neuroticism <-> keine Entsprechung, z.B. 16personalities.com fügt dafür einen zusätzlichen Faktor ein (-A und -T)

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Und ich habe es ja gesagt

Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es ja lustig. Wegen des drohenden Gas-Notstandes stürzt sich die öffentliche Diskussion auf "Frieren für den Frieden", Beheizung von Schwimmbädern, einen drohenden Kollaps der Industrie bis hin zu "Duschen nach Plan". Ich habe hier schon vor Jahren geschrieben dass die Energiewende eine Luftnummer ist. Ja, die Politiker haben sich gegenseitig auf die Schultern geklopft dass man schon die Hälfte des Stroms aus Erneuerbaren Energien produziert und man schon so viel geschafft hätte ... und ich habe es von Anfang an als die Augenwischerei enttarnt die es eigentlich ist: Strom macht eben nur einen kleinen Teil des Primärenergieverbrauchs in Deutschland aus. Und das bedeutet eben dass die Industrie viel Gas benutzt, die Haushalte heizen mit Gas oder Öl und der Verkehr läuft auch auf Ölbasis. Und erst jetzt scheint die Öffentlichkeit das langsam mal zu kapieren wenn das Gas plötzlich knapp wird.

Und selbst vor diesem Hintergrund hält Annalena Baerbock immer noch an der Abschaltung der letzten drei AKWs zum Jahresende fest, die alleine noch 6% des Stroms erzeugen, der dann ja auch noch irgendwie anders erzeugt werden muss. Jeder normale Mensch würde sich nicht noch ins Knie schießen wenn er gerade in der S***e steckt.

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Die Schere zwischen Arm und Reich

Nachdem ich dieses Video gesehen habe bin ich schon ins Grübeln gekommen. Robert Reich ist sicherlich ein Linker, nach US-Maßstäben sogar extrem links wie Bernie Sanders. Für mich ist das schon ein wenig kompliziert. Auf der einen Seite habe ich sicherlich auch "linke" Ansichten, auf der anderen Seite bin ich auch selbstständiger Unternehmer - wenn auch wegen der jüngsten Entwicklungen jetzt nur noch Solo-Selbständiger - und deshalb betreffen mich beide Seiten der Medaille.

Was in dem Video sehr gut vermittelt wird ist die Differenzierung zwischen Einkommen und Vermögen und wie sich eben die Vermögen von alleine vermehren und dazu führen dass sich vor allem in den USA eine Art Quasi-Aristokratie weniger superreicher Familien herausbildet in denen die Vermögen immer weiter vererbt werden und die durch ihr Vermögen die Politik maßgeblich zu ihren Gunsten beeinflussen können. Dazu kommt noch die Einkommensschere, wonach die Top-Verdiener leicht das hundertfache der Geringverdiener kassieren können, was es wiederum leicht macht Vermögen aufzubauen. Wer den Gehaltsscheck schon am Ende des Monats verbraucht hat der hat überhaupt keine Chance ein Vermögen aufzubauen.

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Die Wissenschaft des Erfolgs

Es verwundert wenig, dass ich Curiositystream abonniert habe. Dort kam jetzt neu eine sehr interessante Dokumentation "The Science of Success". Und wie so oft gibt es Zusammenhänge die zwar leicht nachzuvollziehen sind wenn man sie erklärt bekommt, von alleine kommt man aber einfach nicht darauf.

Es gibt in der Welt die grundsätzliche Meinung, dass Fähigkeiten und Erfolg miteinander gekoppelt oder gar identisch sind - "er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann" ist synonym mit "er ist ein fähiger Geschäftsmann". In dem Film haben jetzt Wissenschaftler - vor allem Datenanalysespezialisten - festgestellt das das so überhaupt nicht stimmt. Das ist eine neue Entwicklung in der Wissenschaft: "Big Data" ist nicht nur der Krake vor dem alle Datenschützer Angst haben, diese riesigen Datensätze ermöglichen der Wissenschaft auch völlig neue Erkenntnisse.

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Pharisäertum

Aus der Kritik von "MH" des Trierischen Volksfreunds zum Film "Atomkraft Forever":

Dann folgten dröhnende, düstere Klänge und trostlose Bilder des ehemaligen AKWs Greifswald sowie Aufnahmen von Arbeitern, die die Räume des Kraftwerks mühevoll abtrugen. [...] Doch nicht nur der Ausbau der gefahrenreichen Technik wurde gezeigt. [...] Und obwohl die Pro-Argumente überzeugnd klangen, so gab es ein großes Defizit, für das bis heute kein Lösungsvorschlag vorliegt: die Frage nach dem Endlager für den Atommüll. Und obwohl der Beitrag teilweise langatmig war, stimmte er nachdenklich und schockierte nachdrücklich.

Da ist es wieder: das Haupt-Totschlagsargument gegen die Kernkraft: Man muss doch den Müll für (beliebige Zahl zwischen 20.000 und einer Million Jahre einfügen) sicher lagern können. Alle anderen Argumente machen die Kernkraft in etwa ebenbürtig mit den erneuerbaren Energien: Verfügbarkeit, Sicherheit, Emmissionen. Aber der Müll ...

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Auf dem Weg in den Faschismus

Vor ein paar Jahren war im P.M. Magazin ein Artikel über die sogenannten "Superforecaster", Menschen die eine erstaunliche Trefferquote dabei haben die Zukunft vorherzusagen. Natürlich nicht im Sinne von Wahrsagen, sondern die Beschreibung trifft ziemlich genau auf die INTJ-Charaktereigenschaften zu: Durch genaue Kenntnis sowohl der jetzigen Situation als auch vergangener Ereignisse zukünftige Entwicklungen vorhersagen zu können. Dadurch, dass sich die Menschen in den letzten 10.000 Jahren genetisch praktisch nicht verändert haben und neuer Geschichte überhaupt nicht kann man ziemlich gut einschätzen wie Menschen handeln wenn sie es früher in einer vergleichbaren Situation auch schon getan haben.

Genauso wie ich die Parallelen zwischen dem Ukraine-Krieg jetzt und der Endphase des ersten Weltkriegs gesehen habe, sind die Parallelen zwischen dem heutigen Zustand in den USA und dem Weg Deutschlands in die Dikatur der NSDAP auch nicht zu übersehen. Nebenbei bemerkt bin ich so froh dass ich nach meinen katastrophalen Ergebnissen mit Schulenglisch inzwischen fließend Englisch kann, eben dank einem ganzen Kindle voll englischsprachiger Fantasybücher und Youtube. Die Informationen in den deutschsprachigen Medien sind einfach sehr viel dünner gesät.

In einem Youtube-Video hat ein Mitglied der Clinton-Administration festgestellt, dass sich nicht seine Position geändert hätte, sondern vor allem die Republikanische Partei sich extrem nach rechts verschoben hat. In den Kommentaren hat jemand anderes geschrieben der sich aktuell als "links" sieht, dass nach einem Fragebogen seine Position eigentlich die eines Eisenhower-Republikaners ist. Die Definition von Faschismus ist etwas schwammig, "Massenpartei entschlossener militanter Nationalisten, die mit traditionellen Eliten zusammenarbeitet und demokratische Freiheiten abschafft" trifft es aber ganz gut. Und die USA bewegen sich eindeutig in die Richtung. Die Situation ist möglicherweise sogar noch ernster als in den 30er Jahren, in der Endphase der Weimarer Republik musste Hitler ja als Führer der größten Partei das Reichskanzleramt erst vom Reichspräsidenten angetragen werden. Bei der Reichstagswahl 1932 war die NSDAP zwar stärkste Partei, mit 37,3% selbst zusammen mit den Deutschnationalen aber von einer Mehrheit entfernt. Hätte es damals in Deutschland das in den USA geltende Mehrheitswahlrecht gegeben (der jeweils stärkste Kandidat gewinnt das Mandat), dann wäre Hitler vom deutschen Volk in das Amt gewählt worden.

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Und am Ende siegt die Entropie

Für alle, die es nicht wissen: Eines der fundamentalsten Naturgesetze, der zweite Hauptsatz der Wärmelehre, besagt dass die Entropie in einem geschlossenen System immer nur zunehmen kann. Die Entropie ist so etwas wie das Maß der Unordnung und an einem Beispiel sieht das etwa so aus dass man ein Stück Kantholz (schön quadratisch, mit glatten Seiten etc.) zwar zu einem Haufen Asche verbrennen und verstreuen kann, das aber nicht umgekehrt funktioniert. Man kann zwar mit der Asche die Erde düngen um daraus einen neuen Baum wachsen zu lassen, dazu muss man aber Energie in Form von Sonnenlicht und Wärme zuführen.

Man muss schon eine Mathe-Physik-Freak zu sein um eine über Entropie definierte existentielle Krise zu haben. Wie damals das andere Mathe-Physik-Genie in meiner Klasse die einen Alptraum darüber hatte dass sich die Sonne zu einem Roten Riesen aufbläht und die Erde verschlingt (was über die Entropie genauso unausweichlich feststeht, wenn auch erst in fünf Milliarden Jahren).

Der Mensch hat zwar grundsätzlich das Problem mit der finalen Gewissheit der Entropie leben zu müssen - wir landen alle früher oder später als Asche in einem Grab was dann auch noch mit der Zeit verschwindet - aber im Moment habe ich diese Krise schon lange vor meinem Ableben weil ich zusehen muss wie überall um mich herum die Entropie auf dem Vormarsch ist und alles in Chaos, Unordnung und Zerstörung versinkt. Es heißt ja angeblich, dass der "stete Tropfen höhlt den Stein", das stimmt aber nicht so ganz. Vielmehr sind es die seltenen, aber dafür umso zerstörerischen Einzelereignisse die für einem Großteil der Veränderung verantwortlich sind, wie eben das Hochwasser im letzten Jahr.

Wenn ich morgens durch den Ort fahre dann komme ich an der ehemaligen Haupteinkaufsstraße vorbei:

Graf-Dietrich-Straße in Neuerburg
Graf-Dietrich-Straße in Neuerburg, alle Geschäfte sind leer und zerstört, auch noch ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe
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Dubiose Motive

Wenn man sich die aktuelle Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine ansieht dann wird mir mal wieder deutlich, was die Intuitiven Typen (die Minderheit) von den Sensortypen (die Mehrheit) unterscheidet. Sensortypen leben im hier und jetzt, Intuitive beschäftigen sich mit der Vergangenheit und ziehen daraus Rückschlüsse auf die Zukunft. Und wahrlich ist es beim Krieg in der Ukraine nicht so dass da allzuviel neue Entwicklungen dabei wären, alles schon einmal dagewesen.

Jake Broe hat auf Youtube herausgestellt, dass Russland den Krieg eigentlich bereits verloren hat und hat die Situation mit dem zweiten Weltkrieg verglichen und die immensen Mengen an Waffen und Material mit denen die USA damals die Sowjetunion unterstützt hat. Ich finde dass es sogar noch eine bessere Analogie gibt, nämlich die Situation im ersten Weltkrieg für Deutschland.

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